Tag 7 - 16.07.2021

And the winner is… Italy! Die italienischen Festspiele gehen weiter. Nach dem Triumph am letzten Sonntag holt sich die Pastatruppe den zweiten EURO-Sieg innert einer Woche. Der auf die ganze Erdkugel ausgestrahlte EM-Final begeisterte von Dschibuti bis Nepal. Sämtliche Einschaltquoten schlugen höhere Wellen als der Vierwaldstättersee. 

Wieder einmal mehr haben die Italiener bewiesen, dass Fussball manchmal verrückt ist. Entgegen aller Wettquoten flexte Italien alles aus dem Weg. Beim Siegerinterview liess Trainer Adi Mancini seinen Emotionen freien Lauf und bedankte sich bei den zahlreich angereisten Tifosi. 

 

Erste Aufräumarbeiten starteten am Nachmittag. Vor allem bei den E-Junioren ging es zu und her wie am türkischen Bazar. Wer tauscht seine Unterhosen gegen diese Socken? Damit die Bezinpreise weiterhin hoch bleiben, haben sich die D-Junioren dazu entschieden, ein letztes Mal nach Gossau auf das Trainingsgelände zu reisen. Ein herzlicher Dank geht an unsere beiden Trämlipiloten Grüter und Furrer. Etwas einfacher machten es sich die ältesten. Als Belohnung für ihre blitz-blanke Suite durften sie das Training selbst gestalten. Ein letztes Mal wurden die Netze auf ihre Rissfestigkeit getestet. 

 

Fiesta Mexicana, Freitag ist Fajita Tag! Unter dem überdimensionalen Sombrero bereitete unser Südländer Reni eine riesengrosse Auswahl an Leckereien. Beim anschliessenden Falten der Weizenteppiche zeigten sich die Origamitalente der hungrigen Junioren. 

 

Zum Abschluss einer sugigeilen Lagerwoche wartete der ultimative Abschlussabend. Bei zahlreichen Duellen kämpften die Winkelried-Nachkommen um die letzte Ehre. Für die anschliessende Preisangabe musste der Praktikant Schwerrli die Arbeit seines Chefs (welcher aus unerklärlichen Gründen abwesend war) selbständig erledigen. Von Fussballtrikots, UEFA Champions League Bällen über grosszügigen Preisen von Swisscom bis hin zu FC Basel-Kugelschreibern war für jedes Kind ein geeigneter Preis dabei. Den Preis für den besten Feldspieler ging an Ewen Kummer, der seine Italiener zum Sieg bolzte. Nik Wiederkehr verdiente seine Auszeichnung als bester Goalkeeper dank seiner Reaktionsschnelligkeit beim Elfmeterschiessen. 

 

Hauswart Ganti wird das Bistro für ein Jahr weiterbetreiben, nächstes Jahr werden wir wieder aus Waldstatt schreiben. Wir wünschen euch eine gute Zeit, das nächste Lager ist nicht mehr so weit. 

Tag 6 - 15.07.2021

Ein weiteres Mal forderten die ältesten Junioren die Lagerleiter zu einem Duell auf dem grünen Rasen heraus. Unter den Fittichen des Fussballprofessors Dr. Kamber junior wurde die Teamsitzung der Grünhosen zur taktischen Herausforderung. Nachdem die Starting 6 aus 7 Personen bestand, widmete man sich den innovativen Eckballvarianten. So war das Team der Legendenelf top auf die junge wilde Truppe eingestellt. Aus der Gästegarderobe hörte man eine motivierende und emotionale Ansprache des Trainerbruderduos Bieri. Waren es die Worte des Trainerduos oder die verwirrende Eckballvariante?, auf jeden Fall führte ein aalglatter Konter zur 1:0 Führung der Jungstars. Nun waren Leader gefragt bei den Altherren. Wer ausser dem Feldweibel kann die Mannschaft wachrütteln? Nach der klaren Ansage lief es der Traditionself überragend. Die Tore fielen wie am Fliessband und Torhüter Rhyner beklagte sich in der Halbzeitpause über Rückenschmerzen. So wurde zum 42. Mal in Serie die Marcel-Burkart-Trophäe vom Leiterteam in die Höhe gestemmt. Bei der anschliessenden Zeremonie wurde auf Seite von Ganti’s Grünhösler die Nummer 4 Simon Grüter als Topskorer ausgezeichnet. Beim unterlegenen Team der Oranjes konnte Dean «Eidgenosse» Käppeli die Auszeichnung zum Best Player entgegennehmen. 

 

Am Nachmittag gings mit den «Verlierern» als Trost auf Badenixenjagd ins benachbarte Abtwil. Während dem die Helden des Vormittags sich eine Entspannung im Spa gönnten, rutschten die Jungs in füdlispaltbreiten Badehosen die diversen Rutschen runter. Vom Super G über den Sturzflug bis zur Säntis-Pipe wurde geslidet. 

Die kleinsten erlebten live einen Machtwechsel am Lottopult. Nach über 30 Jahren übergab die Familie Grüter die Zahlensteinchen an die Zahlenvirtuosin Änzg. Nach anfänglichen Zahlendreher liefen die Jungs zu Höchstform auf. Der Gabentempel wurde mehrmals geplündert und jeder konnte reichlich Preise abstauben. In der Halle nebenan roch es schon kurz nach Start ausgiebig nach Schweiss. Die D-Junioren lieferten sich hochstehende Duelle um die goldene Lederkugel. Technisch brillant und taktisch phänomenal wurde jedes Tor, wie auf dem Reissbrett gezeichnet, herausgespielt. 

 

Die wohlverdienten Älplermagronen liessen keinen Zweifel offen, diese Küche ist europameisterlich. Folglich hatten die Kinder ihren Energiehaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht. Das durchorganisierte Abendprogramm bot für alle Altersklassen eine passende Abwechslung. Zur abschliessenden Power-Point Präsentation von Filmemacher Spaar Forster wurde aus dem Knusperhäuschen noch eine Staubrakete serviert. 

 

Unter Schweizer Musik geniessen wir die Nacht, ein weiterer Lagertag ist vollbracht. 

Tag 5 - 14.07.2021

Das olympische Feuer machte heute auf dem Weg nach Japan einen kurzen Zwischenstopp in Waldstatt. Pünktlich zur Eröffnungszeremonie hatte Petrus Mitleid. Die dunklen Wolken über Waldstatt verzogen sich und liessen sogar wenige Sonnenstrahlen zu. Kraft und Genauigkeit mussten bei der ersten Disziplin kombiniert werden. Beim Nageln brauchte es höchste Konzentration der Spitzenathleten. Sankt Schwerre prüfte hingegen beim Ringturnen eher die Beweglichkeit der Kinder. 

 

Am anderen Ende der Stadt beklagte sich Kurssetzer Furrer über die Bedingungen seiner Wettkampfstätte. Die Athleten kamen damit jedoch sehr gut zurecht und zeigten den vielen Zuschauern ihr Können beim «Stift versenken». Brilliert haben die Kids auch beim «Bälle twerken», trotz mangelhafter Instruktion von Disziplinenleiterin Anja. Ein besonderes Augenmerk legte der Feldweibel auf die qualifizierten Turmbau-Athleten, da die «Bouchnüttus» eher rar gesät sind. 

Beim Stiefelweitwurf werden die Wurfgeräte bezüglich der momentanen Regenfälle fast schon verschwenderisch genutzt. Abgerundet wurde das vielseitige Sportangebot von verschiedenen Disziplinen wie Teebeutelweitwurf, Wasserballontransport und dem klassischen Hürdenlauf. 

 

Nach einem erfolgreichen Sporttag durften die Olympioniken ihren Feierabend im festlich dekorierten olympischen Dorf verbringen. Bevor es die feierwütigen Delegationen in das Grand-Casino Waldstatt verschlug, verspeisten sie alle ein ausgezeichnetes Schnipo aus der nur mit Kochprofis besetzten Spitzenküche. 

Sobald das Covid-Zertifikat vorgewiesen wurde, begann der Casino Spass für die verschiedenen Nationen. An den Black-Jack und Roulettetischen versuchten die Feierbiester ihre Einsätze zu vervielfachen, damit sie mit dem gewonnen Geld einen einzigartigen Drink an Helikopter-Lönzu’s Bar ergattern konnten. 

 

Rien ne va plus, nous vous souhaitons une bonne nuit !

Tag 4 - 13.07.2021

The day has come! Voller Vorfreude und topmotiviert schnürrten die Kicker ihre Fussballstiefel. Es brauchte bei diesen Regenfällen tiefe Zapfen an den Sohlen. Jedoch entschied das korrupte Organisationskomitee, die Spiele ins gedeckte Trainingsstadion zu verschieben. Nun hiess an Stelle der Stollen und Nocken, die Samba- und Balletschuhe zu mondieren. Intensive Futsal-Begegnungen brachten einige Überraschungen. So konnte völlig unerwartet die Schweiz doch einige Punkte ergattern. Im Gegensatz zu den favorisierten Dänen, die nur den dritten Platz in der Gruppe erreichten, konnten die hochgehandelten Briten ihre Erwartungen erfüllen. N.D aus Neuenkirch spielte sich schon in der Vorrunde in Sommer-Manier in Richtung goldener Handschuh. Wir freuen uns auf spannende Finalspiele am Freitagnachmittag, denn dank dem neuen Modus der UEFA können sich noch alle Teams Titelchancen ausrechnen.

 

Panierte Hühner und frische Salate aus dem hauseigenen Garten landeten bei den Nachwuchstalenten auf dem Teller. 

 

Zur Erholung gingen die D-Junioren unter der Leitung von Badmeister Schnider K. ins nahgelegene Spa und Rutschenparadies. Nachdem die jüngsten sich gestern im Trampolin-Wonderland von ihren besten Seiten zeigten, wurden sie heute Nachmittag zu einem Schauwettkampf in die Hüpfburg zu Bühler eingeladen. Burgfräulein Schöpfer organisierte dem jungen Sempacher Rudel ein angehnehmen Nachmittag. Ein weiterer Flexnachmittag zogen sich die ältesten rein. Es wurde mehrfach beim Ginggen die Ehre genommen. True.

 

Nach dem technischen Malheur der letzten Tage konnte endlich wieder eine Power-Point Präsentation mit den Highlights der vergangenen Tage über den Bildschirm flimmern. 

Vor der Steinstossanlage ist noch ein Fäscht, heute möchte niemand ins Näscht. 

Tag 3 - 12.07.2021

Nach dem arbeitsfreien Wochenende konnten die müden Finalzuschauer ausnahmsweise eine halbe Stunde länger in ihrer Suite verbringen. Die ersten Trainingseinheiten der acht Nationen (hier seht ihr die acht zugelosten Mannschaften) starteten nach dem Frühstück. Die jüngsten durften vom enormen Fachwissen der beiden Leiterinnen Anja und Michelle profitieren und lernten die technischen Facetten des Fussballsports. Für die D-Junioren wurde aus dem fussballverrückten Belgien extra ein Fussballphilosoph eingeflogen. Muff’s Trainingseinheit wurde in höchsten Tönen gelobt. Bei den ältesten Junioren übernahm Flügelflitzer Schnider das Zepter. Überraschenderweise wurden nicht nur Linienläufe und Torjubelelemente eingebaut, sondern auch technische und taktische Übungen auf höchstem Niveau. 

 

Für das Mittagessen wurde auch der Festsaal wieder auf Vordermann gebracht. Mit Spätzle, Broccoli und Landjäger in einem Topf, wurden die Mägen der Kids vollgestopft. 

 

13.15 Uhr – Genau nach Fahrplan stand Taxi Simönggi vor der Haustüre. Die 12 Jünglinge machten sich auf den Weg ins Trampolinparadies. Mit Noppensocken ausgerüstet wurden die Kids über die gespannten Netze durch die Luft geschleudert. Papa Chamba und Feldi strapazierten die Trampolinnetze aufs Äusserte. Alle Jumper blieben verletzungsfrei, lediglich die vier Leiter klagen bereits heute Abend über Muskelkater. 

 

Während die jüngsten an ihrer Sprungkraft feilten, halten es die älteren Junioren nicht für nötig, an ihren Defiziten zu arbeiten. Sie beschäftigten sich viel lieber mit anderen Sportarten wie Beachvolley, Basketball oder Unihockey. Welche Strategie aufgehen wird, werden wir morgen, Dienstag, an der Eröffnung der Lager-EURO sehen. 

 

Kurz vor dem Eindunkeln schwirrten zahlreiche Ninjas durch die Waldstätter Abenddämmerung. Um allfällige Eindringlinge auf Distanz zu halten, wurde kurzerhand ein Trainingsparcours für den Nachwuchs auf die Beine gestellt. Die Sempacher Fussballer zeigten enorme Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft. Müde und geschafft verschwanden die waghalsigen Kämpfer in ihren Schlafsäcken. 

Ein weiterer Tag in Waldstatt geht vorbei, wir wünschen uns diese Nacht kein Geschrei.

Tag 2 - 11.07.2021

Nach der vergangenen Nacht konnte der Conseil fédéral Grüter heute Morgen leider keine Lockerungen bei den Nachtregeln präsentieren. Die Massnahmen wurden nur teilweise eingehalten. Beim frühmorgendlichen Fotoshooting zeigte Starfotograf Fölmli seine Knipser-Qualitäten auch in einem Ernstkampf. Anschliessend ging es quer durch Wald und Stadt. Bei dieser Quizwanderungen mussten die Kids ihre Allgemeinbildung, fachliche Fussballkompetenz und ihr Wissen über die Sporthistorie unter Beweis stellen. 

 

Am Nachmittag machte sich die hochkompetente Küchencrew unter bundesrätlicher Leitung ein Bild von den Qualitäten der Jungstars. Fazit: Das Lager dauert noch ein wenig, die Trainings müssen definitiv noch intensiviert werden. Der anschliessende Badibesuch zeigte auf, dass die Kids noch eher in Ferienstimmung sind und die EM-Form noch auf sich warten lässt.

Kulinarische Grüsse aus dem Bospurus ergeben einen Hurricane im Esssaal. Ahmed kratzte noch bis zum Finalspiel der EURO die Joghurtsauce und der Gerätfleisch vom Boden. 

 

Damit wir nicht nur die etwas einseitige Prognose von Pädi S. aus Menschesster konsultieren mussten, baten wir die Kids zum Tippspiel. So versprach der Final eine zusätzliche Spannung.

 

Während dem Spiel musste das Fanlager der Engländer neidlos anerkennen, dass die italienische Tifosi die Überhand behielten. Kurz vor Mitternacht explodierte dann die Dezibelmessung und die grosse Feier begann. Auf Grund der angekündigten Freinacht, verschob unser Hauspatron die morgige Tagwache kurzerhand eine halbe Stunde nach hinten. 

War das wirklich nur ein Furz? Die Nacht wird wieder kurz. Grazie mille!

Tag 1 - 10.07.2021

Nach letztjährigem Hausarrest wurde das Sempacher Löwenrudel wieder in die Wildnis entlassen. Im idyllischen Appenzellerland wurde um die Mittagszeit die Sempacher Fahne gehisst. Die altbekannte Bleibe wurde gaudi- und coronakonform umgebaut. Nach einem herzlichen Willkommensgruss von Walter Gantenbein, untermauert von Kamber’schen Handorgelsmusik, traf der Tross ein. Die verteilten Möckelisäcke konnten unversehrt wieder in die Schublade verstaut werden. Anschliessend bezogen die Jüngsten die Chiellini-Bonucci-Suite, während alle anderen Junioren sich mit der Pickford-Suite begnügen mussten. 

 

Pünktlich zur Fütterungszeit erschienen alle Jungs im neuen, orangeleuchtenden Lager-Edeltrikot. Aus der Cucina Waldstatto wurden die frisch gebrutzelten Hambis mit selbstgemachten Kroketten serviert. Garniert wurde der Festschmaus mit Ananas und Wassermelonen aus Grüters Tropenhaus. Damit erreichten wir auch schon am ersten Tag eine ausgeglichene Ökobilanz. 

 

Brauchtum und Tradition wird in Waldstatt GROSSGESCHRIEBEN. Aus diesem Grunde stellte der kleine Appenzeller sein Dorf per Videobotschaft vor. Von Wald bis Stadt – hier findet für alle etwas statt. Die anschliessende EURO-Auslosung wurde gekonnt von den erfahrenen Linus Pfannenstiel, Kevin Aljoski und Jeff Bänimia über die Bühne gebracht. Danish Dynamite und die Inselaffen kristalisierten sich als erste Titelkandidaten heraus. Ein gutes Team bedeutet jedoch noch nichts, da hinter den Trainern der beiden Mannschaften zwei grosse Fragezeichen stehen. Und wir haben in den letzten Monaten gelernt, dass König Fussball seine eigene Geschichte schreiben wird. 

 

Zur Abkühlung der Gemüter wurde eine Vanille-Erdbeer-Variation aus der Gelateria Waldstatto am Stiel serviert. Nun stehen wir im strömenden englischen Regen und singen «Don’t take me Home». Good Night and Cheers!